Werkstatt geöffnet, Live-Scan offen WERK15
Plagiat bei Tabellen und Daten

Plagiat bei Tabellen und Daten in der Abschlussarbeit vermeiden

Wie du Zahlen, Grafiken und übernommene Datensätze wissenschaftlich sauber belegst.

Warum auch Zahlen und Grafiken geistiges Eigentum sind

Viele Studierende glauben, ein Plagiat entstehe nur bei wörtlich übernommenem Fließtext. Tatsächlich schützt die wissenschaftliche Redlichkeit auch Tabellen, Diagramme, Statistiken und ganze Datensätze. Wer die Erhebung, Aufbereitung oder Visualisierung fremder Daten übernimmt, nutzt eine geistige Leistung anderer und muss sie kennzeichnen.

Ein Plagiat bei Tabellen und Daten wiegt fachlich sogar besonders schwer, weil Zahlen die Grundlage deiner Argumentation bilden. Wer eine Statistik ohne Quelle präsentiert, erweckt den Eindruck, sie selbst erhoben zu haben, und täuscht damit über die Substanz seiner Arbeit. Gerade in empirischen Fächern wie Psychologie, Wirtschaft oder den Sozialwissenschaften prüfen Gutachter genau, woher die Datengrundlage stammt und ob sie transparent belegt ist. Ein sauberer Umgang mit Zahlen ist deshalb kein Randthema, sondern Kern wissenschaftlicher Ehrlichkeit.

Übernommene Tabellen korrekt kennzeichnen

Übernimmst du eine Tabelle unverändert aus einer Quelle, gilt dieselbe Regel wie beim direkten Zitat: Die Übernahme muss klar als solche erkennbar sein. Üblich ist eine Quellenangabe direkt unter der Tabelle, eingeleitet mit dem Wort Quelle, gefolgt von Autor, Jahr und Seitenzahl. So sieht jede prüfende Person auf einen Blick, dass die Darstellung nicht von dir stammt.

Wichtig ist, dass du eine unveränderte Übernahme nicht als eigene Leistung ausgibst. Kopierst du die Tabelle nur, ohne sie zu bearbeiten, schreibst du schlicht Quelle und den Nachweis. Hast du die Struktur beibehalten, aber Werte ergänzt oder Spalten hinzugefügt, machst du das mit dem Zusatz in Anlehnung an oder modifiziert nach transparent. Diese kleinen sprachlichen Marker entscheiden darüber, ob deine Kennzeichnung als korrekt oder als verschleiernd bewertet wird.

Eigene Darstellung fremder Daten: der Zusatz nach Quelle

Häufig baust du eine Tabelle oder Grafik selbst, fütterst sie aber mit Zahlen aus einer fremden Studie. In diesem Fall hast du die Darstellung erstellt, nicht aber die Daten erhoben. Der korrekte Beleg lautet dann eigene Darstellung nach und nennt die Datenquelle. So würdigst du deine gestalterische Leistung und bleibst gleichzeitig bei der Herkunft der Zahlen ehrlich.

Dieser Unterschied wird oft übersehen und ist doch entscheidend. Schreibst du nur eigene Darstellung, obwohl die Daten vom Statistischen Bundesamt oder aus einer veröffentlichten Studie stammen, suggerierst du eine eigene Erhebung, die gar nicht stattgefunden hat. Das ist ein klassisches Plagiat bei Tabellen und Daten, auch wenn die Optik der Grafik von dir ist. Trenne deshalb in deinem Kopf immer zwei Fragen: Wer hat die Zahlen erhoben und wer hat sie visuell aufbereitet.

Abbildungen, Diagramme und Screenshots

Bei Abbildungen, Diagrammen und Screenshots gelten dieselben Grundsätze wie bei Tabellen, doch die Praxis ist tückischer. Ein aus dem Internet kopiertes Diagramm, ein Foto oder ein Screenshot einer Software-Oberfläche ist ein fremdes Werk und braucht eine vollständige Quellenangabe unter der Abbildung. Die reine Verlinkung in einer Fußnote reicht meist nicht aus.

Beachte zusätzlich mögliche Nutzungsrechte. Nicht jede frei auffindbare Grafik darf ohne Weiteres abgedruckt werden, gerade wenn deine Arbeit später veröffentlicht wird. Sicherer ist es, Diagramme auf Basis der zugrunde liegenden Zahlen selbst zu erstellen und die Datenquelle anzugeben. So umgehst du rechtliche Grauzonen und zeigst zugleich, dass du die Daten wirklich durchdrungen hast. Screenshots aus fremden Arbeiten solltest du nur sparsam und immer mit klarer Kennzeichnung einsetzen, um jeden Anschein einer ungekennzeichneten Übernahme zu vermeiden.

Statistiken und Rohdaten aus Datenbanken

Statistiken und Rohdaten aus Datenbanken wie Eurostat, dem Statistischen Bundesamt oder Branchenportalen sind ein Segen für empirische Arbeiten, verlangen aber sorgfältige Belege. Gib nicht nur den Namen der Datenbank an, sondern auch den konkreten Datensatz, das Abrufdatum und, wenn vorhanden, die Tabellen- oder Dokumentnummer. Nur so ist deine Zahl später nachprüfbar.

Ein verbreiteter Fehler ist es, sekundär zitierte Zahlen als Primärquelle auszugeben. Wenn du eine Statistik in einem Zeitungsartikel liest, ist die Zeitung nicht die Quelle der Daten, sondern nur ihr Überbringer. Gehe nach Möglichkeit auf den Ursprung zurück und zitiere die Originalstudie. Das schützt dich nicht nur vor dem Vorwurf eines Plagiats bei Tabellen und Daten, sondern auch vor der Weitergabe von Fehlern, die sich beim Abschreiben durch mehrere Hände einschleichen.

Selbst erhobene Daten und ihre Grenzen

Selbst erhobene Daten aus einer eigenen Umfrage, einem Experiment oder einer Beobachtung sind der Idealfall, weil sie unzweifelhaft deine Leistung sind. Trotzdem musst du transparent machen, wie sie entstanden sind. Beschreibe Stichprobengröße, Erhebungszeitraum und Methode, damit die Zahlen nachvollziehbar bleiben und nicht wie aus dem Nichts wirken.

Vorsicht ist geboten, wenn du eigene Daten mit fremden mischst. Sobald du zum Vergleich Werte aus einer anderen Studie einbaust, brauchen diese wieder einen Beleg. Kennzeichne in Mischtabellen deutlich, welche Spalte aus deiner Erhebung stammt und welche zugekauft ist. Und selbst bei rein eigenen Daten gilt die Regel des Eigenplagiats: Hast du dieselbe Erhebung schon in einer früheren Arbeit verwendet, weise auch darauf hin, statt sie stillschweigend ein zweites Mal als neu zu präsentieren.

Was eine Plagiatssoftware bei Daten sieht und übersieht

Eine gängige Plagiatssoftware ist auf Fließtext optimiert und tut sich mit reinen Zahlenkolonnen schwer. Tabellen werden oft nur als Text ausgelesen, sodass eine übernommene Datenstruktur nicht zwangsläufig als Treffer erscheint. Das verleitet manche Studierende zu dem Trugschluss, bei Daten könne ohnehin nichts auffallen.

Dieser Eindruck täuscht gleich doppelt. Erstens erkennen erfahrene Gutachter eine fremde Datenaufbereitung sofort, unabhängig von der Software. Zweitens fällt der beschreibende Text rund um die Tabelle sehr wohl in den Scan, und dort verstecken sich häufig wörtlich übernommene Interpretationen der Zahlen. Verlasse dich deshalb nie darauf, dass ein technischer Check Datenplagiate übersieht. Die eigentliche Absicherung liegt in deiner sauberen Zitierpraxis, die jede Zahl und jede Abbildung eindeutig ihrer Herkunft zuordnet, statt auf die Lücken der Technik zu bauen.

Checkliste für einen sauberen Abbildungsapparat

Zum Abschluss lohnt ein systematischer Durchgang durch deinen gesamten Abbildungsapparat. Nummeriere alle Tabellen und Abbildungen fortlaufend, gib jeder eine aussagekräftige Beschriftung und prüfe, ob unter jeder Darstellung ein Beleg steht. Fehlt bei auch nur einer Grafik die Quelle, ist das ein vermeidbares Einfallstor für Kritik.

Kontrolliere anschließend die Konsistenz: Verwendest du eigene Darstellung nach, in Anlehnung an und Quelle jeweils an der richtigen Stelle. Stimmen die Angaben unter den Abbildungen mit den Einträgen im Abbildungsverzeichnis und im Literaturverzeichnis überein. Wer diese drei Ebenen abgleicht, schließt die typischen Lücken, durch die ein Plagiat bei Tabellen und Daten überhaupt erst entsteht. Ein sauber geführtes Tabellen- und Abbildungsverzeichnis signalisiert der Prüfungskommission zudem Sorgfalt und stärkt den seriösen Gesamteindruck deiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit.

Häufige Fragen zu Plagiat bei Tabellen und Daten

Muss ich eine selbst erstellte Grafik mit fremden Daten belegen?

Ja. Auch wenn die Grafik von dir stammt, gehören die Zahlen jemand anderem. Der korrekte Beleg lautet eigene Darstellung nach und nennt die Datenquelle mit Autor, Jahr und Seite. So würdigst du deine Gestaltung und bleibst bei der Herkunft der Daten ehrlich.

Erkennt eine Plagiatssoftware kopierte Tabellen?

Nur eingeschränkt, weil viele Systeme Zahlen und Layouts schlecht auslesen. Der beschreibende Text um die Tabelle fällt aber sehr wohl in den Scan. Verlasse dich deshalb nicht auf die Technik, sondern belege jede Tabelle konsequent selbst.

Wie zitiere ich Daten aus dem Statistischen Bundesamt?

Gib die Institution, den konkreten Datensatz, das Jahr und das Abrufdatum an, bei Onlinequellen zusätzlich die Fundstelle. Gehe nach Möglichkeit auf die Primärquelle zurück, statt eine bereits zitierte Zahl aus einem Artikel zu übernehmen.

Was bedeutet der Zusatz in Anlehnung an?

Er zeigt an, dass du eine fremde Tabelle oder Abbildung als Vorlage genutzt, aber verändert hast, etwa durch ergänzte Werte oder eine andere Struktur. Damit machst du transparent, dass die Grundidee nicht von dir stammt, die Bearbeitung aber schon.

Zählt das Wiederverwenden eigener Daten als Plagiat?

Wenn du dieselben selbst erhobenen Daten aus einer früheren Arbeit ohne Hinweis erneut als neu präsentierst, kann das als Eigenplagiat gewertet werden. Weise deshalb offen darauf hin, dass die Erhebung bereits an anderer Stelle verwendet wurde.

Jetzt prüfen mit PlagAware aus dem Universitätsbetrieb

Plagiat bei Tabellen und Daten mit PlagAware, der Plagiatssoftware über 20 deutscher Universitäten, gegen über 60 Milliarden Quellen. PDF-Bericht in 15 Minuten an deutschen Hochschulen, ab 2,90 €.

Plagiat bei Tabellen und Daten starten